Samir wohnt seit drei Tagen in einer kleinen Wohnung in Köln-Ehrenfeld. Die Kisten stehen noch im Flur, und die Küche🇬🇧 kitchendie ist fast leer. Er will heute etwas Warmes essen, nur mit Zwiebeln, Reis und Öl. Draußen ist es grau, und drinnen riecht es nach Karton.
Er stellt die Pfanne zu heiß auf die Platte. Die Zwiebeln werden schnell dunkel, dann schwarz, und Rauch steigt auf. Samir öffnet das Fenster und wedelt mit einem Tuch. Trotzdem piept der kleine Melder an der Decke laut und schrill.
Es klopft fest an der Tür. Draußen steht seine Nachbarin🇬🇧 female neighbordie, Frau Berger, mit einem besorgten Blick. Sie fragt, ob alles in Ordnung sei und ob sie helfen könne. Samir wird rot und sagt, es sei nur die Pfanne und kein Feuer.
Frau Berger lächelt und sagt, so etwas passiere an jedem neuen Herd. Sie holt aus ihrer Wohnung einen Zettel und eine Tüte Äpfel. Auf dem Zettel steht ein Rezept🇬🇧 recipedas in klarer, alter Schrift. Das Rezept ist von ihrer Mutter und hat schon viele Sonntage gerettet.
Sie fragt, ob sie zusammen einen Kuchen🇬🇧 cakeder backen dürfen, damit ein guter Duft den Rauch vertreibt. Samir zögert kurz, weil seine Küche🇬🇧 kitchendie so kahl wirkt. Dann sagt er ja, denn er möchte die Nachbarin🇬🇧 female neighbordie nicht vor der Tür stehen lassen. Frau Berger nickt, als sei das der normale Weg.
In der Küche🇬🇧 kitchendie legen sie Äpfel, Zucker🇬🇧 sugarder und ein Paket Mehl🇬🇧 flourdas auf den Tisch. Der Zucker ist fein und weiß, und das Mehl ist leicht wie Staub. Samir hat keine Schüssel, also nehmen sie einen großen Topf. Frau Berger sagt, ein Topf sei auch eine Schüssel, wenn man ihn so nennt.
Sie lesen das Rezept🇬🇧 recipedas langsam, Satz für Satz. Samir schneidet die Äpfel, und Frau Berger misst das Mehl🇬🇧 flourdas mit einer Tasse ab. Einmal nehmen sie zu viel Zucker🇬🇧 sugarder und lachen, dann schütten sie ein wenig zurück. Die Arbeit geht ruhig, und der Rauchgeruch wird schwächer.
Der Ofen🇬🇧 ovender braucht lange, bis er wirklich heiß ist. Frau Berger kennt solche alten Öfen aus ihrem ersten Jahr in diesem Haus. Sie sagt, man solle warten, bis das Licht fest brennt. Samir stellt die kleine Uhr am Herd und putzt in der Zwischenzeit die Pfanne.
Während der Ofen🇬🇧 ovender warm wird, kocht Samir Tee🇬🇧 teader. Der Tee ist stark und dunkel, mit einem Löffel Honig. Sie setzen sich an den kleinen Tisch am Fenster zur Straße. Frau Berger erzählt, dass sie seit zwanzig Jahren in der Wohnung nebenan lebt.
Sie spricht langsam, weil Samir noch nicht jedes Wort sofort kennt. Er fragt nach, wenn ein Satz zu schnell ist, und sie wiederholt ihn gern. Sie sagt, Fragen seien besser als langes stilles Nicken. Samir schreibt zwei neue Wörter an den Rand vom Rezept🇬🇧 recipedas.
Nach einer Stunde ist der Kuchen🇬🇧 cakeder goldbraun. Der Duft zieht durch den Flur und bis zur Treppe. Samir öffnet den Ofen🇬🇧 ovender mit einem Tuch, weil er keine Handschuhe hat. Der Kuchen wackelt noch ein wenig in der Form, aber er hält.
Sie schneiden ihn erst an, als er etwas kühler ist. Das erste Stück ist weich, süß und in der Mitte noch warm. Frau Berger sagt, das Rezept🇬🇧 recipedas verzeihe kleine Fehler, wenn man mit Ruhe backt. Samir findet, es schmeckt nach einem richtigen Anfang.
Er möchte sich bedanken und nicht nur nehmen. Am nächsten Sonntag kocht er Linsen so, wie seine Mutter es oft getan hat. Er klopft bei der Nachbarin🇬🇧 female neighbordie und bittet sie an seinen Tisch. Frau Berger bringt Brot und einen kleinen Salat mit.
Beim Essen reden sie über den Hof, den Lärm der Bahn und die guten Läden in der Straße. Samir erzählt von seiner Arbeit in einem Lager am Stadtrand. Frau Berger erzählt von ihrer Stelle in einer Bücherei, die sie bald in Teilzeit macht. Keiner muss alles erklären, und das tut gut.
Sie verabreden einen festen Sonntag im Monat. Einmal gibt es Kuchen🇬🇧 cakeder nach dem Rezept🇬🇧 recipedas, einmal ein Gericht aus Samirs Familie. Wer keine Zeit hat, legt nur einen Zettel an die Tür. So bleibt die Einladung leicht und ohne Druck.
Samir hängt das Rezept🇬🇧 recipedas mit einem Magnet an den Kühlschrank. Er kann Zucker🇬🇧 sugarder, Mehl🇬🇧 flourdas und Ofen🇬🇧 ovender jetzt auch ohne Zettel sagen, aber er mag die Handschrift. Die Küche🇬🇧 kitchendie ist noch immer klein, doch sie fühlt sich nicht mehr leer an. Auf der Fensterbank steht eine Tasse für Besuch.
Frau Berger sagt beim Gehen, der Melder sei ein strenger, aber nützlicher Wächter. Samir lacht und verspricht, die Pfanne nie wieder zu vergessen. Er stellt eine echte Schüssel bereit, damit der nächste Kuchen🇬🇧 cakeder leichter wird. Im Flur riecht es nach Apfel und nicht mehr nach Rauch.
Abends schreibt er seiner Schwester, dass die Nachbarin🇬🇧 female neighbordie ihm ein Rezept🇬🇧 recipedas geschenkt hat. Er schreibt auch, dass ein verbrannter Topf manchmal eine Tür öffnet. Sie antwortet, er solle ihr ein Stück aufheben. Samir sagt, das nächste Stück warte auf ihren Besuch.
In der Nacht hört er die Bahn und danach eine ruhige Pause. Er denkt an den Zucker🇬🇧 sugarder auf dem Tisch und an den warmen Ofen🇬🇧 ovender. Köln ist groß, aber das Treppenhaus ist ein kleiner Ort geworden. Das reicht ihm für diesen Anfang.
Am Montag grüßt er Frau Berger auf der Treppe mit einem klaren guten Morgen. Sie fragt, ob noch Tee🇬🇧 teader da sei, und er sagt ja. Aus einem Schreck ist eine Gewohnheit geworden. Das Rezept🇬🇧 recipedas liegt bereit, und die Küche🇬🇧 kitchendie auch.
