Yusuf hatte an diesem Dienstag frei und ging nach dem Frühstück in den Bürgerpark. Der Park🇬🇧 …der lag still unter einem hohen, hellen Himmel, und die Wege glänzten noch vom Nachtregen. Er wollte eine Stunde ohne Klingel und ohne langen Flur sitzen. In der Pflege lernte er viel, aber die Stille übte er nur draußen.
Er setzte sich auf eine Bank🇬🇧 benchdie am Teich und stellte den Rucksack neben sich. Die Bank war feucht, also legte er seine Jacke unter. Enten zogen langsame Kreise, und irgendwo bellte ein Hund🇬🇧 dogder kurz und freundlich. Yusuf schloss für einen Moment die Augen und hörte nur Wasser und Schritte.
Als er die Hand ausstreckte, fühlte er etwas Hartes unter der Sitzkante. Es war ein Notizbuch🇬🇧 notebookdas mit grauem Einband und einem Gummiband. Zuerst dachte er, es gehöre dem Mann, der eben vorbeigegangen war. Dann sah er, dass niemand sich umdrehte.
Er öffnete das Notizbuch🇬🇧 notebookdas nicht sofort ganz. Ein Fund🇬🇧 discoveryder auf einer Bank🇬🇧 benchdie konnte privat sein, und er wollte nicht in fremden Sätzen stöbern. Auf der ersten Seite, die halb herausschaute, standen jedoch ein Name und eine Uhrzeit. Herr Pohl, Café🇬🇧 cafedas am Teich, um vier, wenn jemand das Heft findet.
Yusuf las nur diese Zeile und klappte das Notizbuch🇬🇧 notebookdas wieder zu. Der Fund🇬🇧 discoveryder gehörte klar zu einem Menschen, der damit rechnete, ihn vielleicht zu verlieren. Er steckte das Heft in den Rucksack und nahm sich vor, um vier wieder an derselben Stelle zu sein. Vorher wollte er den Weg🇬🇧 pathder einmal um den Teich gehen.
Nach wenigen Metern blieb er stehen. Neben einem Baum stand ein Kinderwagen🇬🇧 strollerder, und kein Erwachsener war zu sehen. Yusuf ging näher, ohne den Wagen anzufassen, und sah ein schlafendes Kind unter einer leichten Decke. Sein Puls wurde schnell, doch er rief nicht laut, damit das Kind nicht erschrak.
Er blieb neben dem Kinderwagen🇬🇧 strollerder und schaute den Weg🇬🇧 pathder auf und ab. Eine Frau kam eilig von einem kleinen Stand, eine Flasche Wasser in der Hand, und wurde blass, als sie ihn sah. Yusuf sagte sofort, er habe nur gewartet und nichts berührt. Die Frau, Frau Abbas, atmete aus und dankte ihm mit einer Stimme, die noch zitterte.
Sie erklärte, die Bremse sei fest gewesen und sie habe nur Wasser holen wollen, weil das Kind geschlafen habe. Yusuf nickte, ohne zu belehren, und sagte, ein kurzer Blick von außen tue manchmal gut. Frau Abbas setzte sich auf die nächste Bank🇬🇧 benchdie und hielt den Griff fest. Der Hund🇬🇧 dogder eines Spaziergängers trottete vorbei und interessierte sich mehr für die Enten als für die Menschen.
Yusuf ging weiter den Weg🇬🇧 pathder entlang und ließ den beiden Ruhe. Er dachte darüber nach, wie schnell ein Park🇬🇧 …der zugleich schön und unsicher wirken kann. Man muss nicht den Helden spielen, aber man sollte auch nicht einfach wegsehen. Dieser Satz begleitete ihn bis zur großen Wiese.
Um halb vier saß er wieder auf derselben Bank🇬🇧 benchdie. Das Notizbuch🇬🇧 notebookdas lag geschlossen auf seinen Knien. Er beobachtete das Café🇬🇧 cafedas am Teich, einen kleinen Holzbau mit vielen Fenstern. Menschen kamen mit Zeitungen, mit Kindern und mit einem weiteren Hund🇬🇧 dogder.
Kurz vor vier trat ein älterer Mann mit einer Schiebermütze ein und schaute sich suchend um. Yusuf stand auf, ging hinüber und fragte, ob er Herr Pohl sei. Der Mann sah das Notizbuch🇬🇧 notebookdas und wurde ganz still. Dann sagte er ja, das sei seines, und seine Hände zitterten vor Freude, nicht vor Ärger.
Im Café🇬🇧 cafedas bestellte Herr Pohl zwei Tassen Tee und bestand darauf zu zahlen. Er erzählte, dass er seit Jahren Vögel im Park🇬🇧 …der notiere, weil seine Frau das früher mit ihm getan habe. Das Notizbuch🇬🇧 notebookdas sei kein Tagebuch voller Geheimnisse, sondern eine Liste von Farben, Rufen und Uhrzeiten. Trotzdem wäre der Verlust schlimm gewesen, weil die Seiten nur auf Papier lagen.
Er zeigte Yusuf eine Zeichnung eines Eisvogels, blau und fast unglaublich hell. Yusuf sagte, seine kleine Schwester in Bremen-Nord male genau solche Farben. Herr Pohl riss keine Seite heraus, aber er schrieb den Namen des Vogels säuberlich auf einen Zettel. Yusuf steckte den Zettel ein wie ein kleines Geschenk.
Sie sprachen auch über den Kinderwagen🇬🇧 strollerder, weil Yusuf die Stunde nicht vergessen konnte. Herr Pohl meinte, Aufmerksamkeit sei eine höfliche Form von Mut. Man bleibe stehen, man sage klar, was man tue, und man gehe, wenn die Sache wieder sicher sei. Yusuf fand, das klinge nach einem guten Grundsatz für den Beruf und für den Nachmittag.
Später kam Frau Abbas mit dem Kinderwagen🇬🇧 strollerder am Café🇬🇧 cafedas vorbei und erkannte Yusuf. Sie hob die Hand und sagte, das Kind sei aufgewacht und habe gelacht. Yusuf hob ebenfalls die Hand. Es brauchte kein langes Gespräch mehr, und genau das war in Ordnung.
Herr Pohl schrieb vorn ins Notizbuch🇬🇧 notebookdas nun auch eine Telefonnummer, nicht nur den Hinweis auf das Café🇬🇧 cafedas. Er sagte, ein Fund🇬🇧 discoveryder solle einen Weg🇬🇧 pathder zurück haben, der nicht vom Zufall abhänge. Yusuf nannte seinen Namen, damit Herr Pohl wisse, wem er danken könne. Sie trennten sich ohne große Worte, aber nicht ohne Wärme.
Auf dem Weg🇬🇧 pathder zum Ausgang bellte wieder ein Hund🇬🇧 dogder, diesmal weit entfernt. Der Park🇬🇧 …der wurde gegen Abend goldener, und die Bank🇬🇧 benchdie am Teich war von anderen Leuten besetzt. Yusuf dachte, dass Orte Erinnerungen sammeln, auch wenn sie nur aus Holz und Wasser bestehen. Sein Rucksack war ohne das Heft leichter und trotzdem voller.
Zu Hause erzählte er seiner Mitbewohnerin nicht alles, nur den Eisvogel und die Stunde auf der Bank🇬🇧 benchdie. Sie sagte, er habe den freien Tag nicht verschwendet. Yusuf stellte den Zettel an die Wand über dem Tisch. Der Name des Vogels sah aus wie ein kleines Versprechen, genauer hinzusehen.
Am nächsten Morgen ging er wieder in die Praxis, aufmerksam und weniger müde als sonst. Er grüßte die Menschen im Flur etwas langsamer und wartete, bis sie wirklich antworteten. Wer im Park🇬🇧 …der stehen bleiben kann, kann auch bei der Arbeit genauer hinschauen. Das war keine Lehre an der Tafel, aber sie trug durch den Vormittag.
Eine Woche später fand er im Briefkasten eine Karte ohne langen Text. Herr Pohl hatte den Eisvogel noch einmal gezeichnet und darunter geschrieben, der Fund🇬🇧 discoveryder sei gut angekommen. Yusuf lächelte in dem stillen Hausflur. Bremen fühlte sich an diesem Morgen ein Stück näher an.
