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B1 · Echte Geschichte

Regen auf dem Markt

Freiburg · Samstag · Wochenmarkt

Audio-Geschichte: deutsche Stimme, englische Übersetzung, Maus über jedem Wort für eine Echtzeit-Übersetzung, danach ein Test.

Regen auf dem Markt – Deutsch lernen mit Geschichte, German story B1 · Echte Geschichte
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Regen auf dem Markt

Es ist Samstagmorgen in Freiburg, und die Gassen um den Münsterplatz sind noch still. Lea bindet ihre Schuhe, nimmt eine leichte Jacke und geht zum Markt🇬🇧 marketder. Sie will Obst, Brot und ein wenig frische Luft vor dem Lernen. Der Himmel ist grau, aber es fällt noch kein Tropfen.

Auf dem Markt🇬🇧 marketder stehen schon viele Stände in langen Reihen. Es riecht nach warmem Brot, nach Käse und nach Schnittblumen. Die Leute tragen Körbe und sprechen leise miteinander. Lea bleibt einen Moment stehen und schaut sich in Ruhe um.

An einem Stand arbeitet der Bäcker🇬🇧 bakerder Herr Malik. Er hat Mehl an der dunklen Schürze und ein ruhiges, freundliches Gesicht. Er sagt guten Morgen und fragt, was es heute sein darf. Lea grüßt zurück und zeigt auf das große dunkle Brot.

Sie kauft ein Brot und einen Apfel🇬🇧 appleder für die Pause in der Bibliothek. Der Apfel ist rot, fest und noch ein wenig kühl von der Nacht. Lea legt beides vorsichtig zu ihrem Schlüssel in die Tasche🇬🇧 bagdie. Die Tasche ist alt und schwer, aber sie hält noch gut.

Dann zeigt Herr Malik auf einen Kuchen🇬🇧 cakeder mit dunklen Pflaumen. Der Kuchen liegt auf einem Blech und duftet süß und warm. Die Oberfläche ist goldbraun und glänzt ein wenig. Lea mag den Duft, doch sie hat heute nur wenig Geld dabei.

Sie sagt höflich, dass sie heute nur das Brot nimmt, und bedankt sich. Der Bäcker🇬🇧 bakerder nickt, ohne zu drängen, und wickelt das Brot in festes Papier. Er legt noch ein kleines Stück Papier als Griff dazu. Lea mag diese ruhige Art sehr.

Plötzlich prasselt der Regen🇬🇧 rainder auf die Planen und auf den Stein. Der Regen ist stark, kalt und so laut, dass man sich fast zuschreien muss. Die Menschen ziehen die Schultern hoch und suchen ein Dach. Einige laufen schnell vom Platz in die Gassen.

Auf dem Markt🇬🇧 marketder wird es unruhig, weil der Wind an den Tüchern zerrt. Eine Plane am Brotstand rutscht zur Seite und gibt das Blech frei. Dicke Tropfen fallen genau auf den Rand vom Kuchen🇬🇧 cakeder. Herr Malik hält mit einer Hand die Stange und mit der anderen das Tuch.

Lea stellt ihre Tasche🇬🇧 bagdie unter den Tisch, damit sie trocken bleibt. Sie greift die nasse Plane und hilft, sie über das Blech zu ziehen. Das Wasser läuft kalt über ihre Finger, aber sie lässt nicht los. Zusammen schaffen sie es, den Stand wieder dicht zu machen.

Der Bäcker🇬🇧 bakerder atmet aus und sagt, das sei schnelle und gute Hilfe gewesen. Ohne sie wäre der Kuchen🇬🇧 cakeder in wenigen Minuten nass und unbrauchbar geworden. Lea lächelt und sagt, das sei doch selbstverständlich gewesen. Ihre Jacke ist feucht, aber ihr ist warm ums Herz.

Neben dem Stand steht eine ältere Frau mit nassen Schultern. Sie hält einen Schirm🇬🇧 umbrellader, doch der Schirm ist vom Wind ganz umgedreht. Die Frau lacht kurz, obwohl ihr Haar nass an der Stirn klebt. Lea bietet ihr den trockenen Platz unter dem Dach des Standes an.

Die Frau heißt Frau Krüger und wohnt in einer nahen Straße🇬🇧 streetdie hinter der Kirche. Sie kommt fast jeden Samstag auf den Markt🇬🇧 marketder und kennt die Stimmen der Händler. Heute hat sie ihren guten Schirm🇬🇧 umbrellader zu Hause gelassen und einen kaputten aus dem Keller genommen. Sie schimpft nicht, sondern nimmt das Missgeschick mit ruhigem Humor.

Herr Malik schneidet zwei großzügige Stücke von dem Kuchen🇬🇧 cakeder ab. Er reicht Lea und Frau Krüger je ein Stück auf einem kleinen Teller. Er sagt, das sei ein Dank und kein Verkauf, und er will kein Geld sehen. Der Kuchen ist warm, weich und süß von den Pflaumen.

Sie essen im Stehen, während der Regen🇬🇧 rainder weiter auf das Dach trommelt. Frau Krüger erzählt von ihrem Enkel, der in Konstanz studiert und selten anruft. Lea erzählt, dass sie neu in Freiburg ist und die Wege der Stadt noch übt. Die drei reden, als würden sie sich schon lange kennen.

Langsam wird der Regen🇬🇧 rainder schwächer, und man hört wieder einzelne Stimmen. Die Leute kommen mit nassen Jacken und vollen Tüten zurück. Der Markt🇬🇧 marketder wird wieder bunt, laut und lebendig. Jemand ruft Preise, jemand lacht, und das Wasser zieht in den Rinnen ab.

Lea muss weiter, denn am Nachmittag wartet eine Übung in der Bibliothek. Herr Malik gibt ihr noch einen Apfel🇬🇧 appleder für den Weg den Berg hinauf. Er sagt, sie solle nächste Woche wiederkommen, auch ohne Regen🇬🇧 rainder. Lea verspricht es und meint es ernst.

Frau Krüger zeigt ihr den kurzen Weg durch die Straße🇬🇧 streetdie hinter dem Münster. Sie sagt, wer neu in der Stadt ist, solle einfach fragen, statt sich zu verirren. Die Leute hier helfen gern, wenn man selbst auch einmal hilft. Lea merkt sich den Satz und wiederholt ihn leise.

In der Straße🇬🇧 streetdie glänzt das nasse Pflaster, und die Luft riecht nach Stein und Brot. Lea trägt ihre Tasche🇬🇧 bagdie dicht am Körper, damit nichts verrutscht. Das Papier um den Rest vom Kuchen🇬🇧 cakeder ist ein wenig feucht, aber der Geruch bleibt süß. Sie fühlt sich leichter als am frühen Morgen.

Zu Hause legt sie den Apfel🇬🇧 appleder auf den Tisch und das Brot in den Schrank. Sie schreibt ihrer Mutter, dass sie auf dem Markt🇬🇧 marketder geholfen hat. Sie schreibt auch, dass der Regen🇬🇧 rainder ihr eine nette Stunde geschenkt hat. Die Mutter antwortet mit einem kurzen, stolzen Satz.

Am Abend hört der Regen🇬🇧 rainder ganz auf, und über den Dächern wird es hell. Lea denkt an den Bäcker🇬🇧 bakerder, an Frau Krüger und an den warmen Kuchen🇬🇧 cakeder. Ein kleiner Dienst hat den grauen Tag klar und freundlich gemacht. Sie freut sich schon auf den nächsten Samstag auf dem Markt🇬🇧 marketder.

Vollständige englische Übersetzung

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It is Saturday morning in Freiburg, and the lanes around Münsterplatz are still quiet. Lea ties her shoes, takes a light jacket, and walks to the market. She wants fruit, bread, and a little fresh air before studying. The sky is gray, but not a drop is falling yet.

Many stalls already stand in long rows at the market. It smells of warm bread, of cheese, and of cut flowers. People carry baskets and speak quietly with one another. Lea stops for a moment and looks around at her ease.

At one stall the baker, Herr Malik, is working. He has flour on his dark apron and a calm, friendly face. He says good morning and asks what it may be today. Lea greets him back and points to the large dark loaf.

She buys a loaf and an apple for the break in the library. The apple is red, firm, and still a little cool from the night. Lea puts both carefully into her bag beside her key. The bag is old and heavy, but it still holds well.

Then Herr Malik points to a cake with dark plums. The cake lies on a tray and smells sweet and warm. The top is golden brown and shines a little. Lea likes the smell, but she has only a little money with her today.

She says politely that she will take only the bread today, and she thanks him. The baker nods without pressing her and wraps the bread in strong paper. He adds a small piece of paper as a handle. Lea likes this quiet manner very much.

Suddenly the rain drums on the tarps and on the stone. The rain is heavy, cold, and so loud that people almost have to shout. People pull their shoulders up and look for a roof. Some hurry off the square into the lanes.

The market grows restless because the wind tugs at the cloths. A tarp at the bread stall slips aside and leaves the tray open. Thick drops fall right on the edge of the cake. Herr Malik holds the pole with one hand and the cloth with the other.

Lea puts her bag under the table so that it stays dry. She grabs the wet tarp and helps pull it over the tray. The water runs cold over her fingers, but she does not let go. Together they manage to close the stall tight again.

The baker breathes out and says that was quick, good help. Without her the cake would have been wet and useless in a few minutes. Lea smiles and says it was the obvious thing to do. Her jacket is damp, but she feels warm around the heart.

Next to the stall stands an older woman with wet shoulders. She holds an umbrella, but the wind has turned the umbrella completely inside out. The woman laughs briefly, although her hair is stuck wet to her forehead. Lea offers her the dry place under the stall roof.

The woman is called Frau Krüger and lives on a nearby street behind the church. She comes to the market almost every Saturday and knows the vendors' voices. Today she left her good umbrella at home and took a broken one from the cellar. She does not scold; she takes the mishap with calm humor.

Herr Malik cuts two generous pieces from the cake. He hands Lea and Frau Krüger each a piece on a small plate. He says it is a thank-you and not a sale, and he does not want to see any money. The cake is warm, soft, and sweet from the plums.

They eat standing up while the rain keeps drumming on the roof. Frau Krüger talks about her grandson, who is studying in Konstanz and rarely calls. Lea says that she is new in Freiburg and is still practicing the ways of the city. The three talk as if they had known one another for a long time.

Slowly the rain grows weaker, and single voices can be heard again. People come back with wet jackets and full bags. The market turns colorful, loud, and lively again. Someone calls out prices, someone laughs, and the water draws off in the gutters.

Lea has to go on, because an exercise is waiting at the library in the afternoon. Herr Malik gives her another apple for the way up the hill. He says she should come again next week, even without rain. Lea promises, and she means it.

Frau Krüger shows her the short way through the street behind the minster. She says that anyone new in the city should simply ask instead of getting lost. People here like to help if you help once yourself. Lea remembers the sentence and repeats it quietly.

In the street the wet paving stones shine, and the air smells of stone and bread. Lea carries her bag close to her body so that nothing slips. The paper around the rest of the cake is a little damp, but the smell stays sweet. She feels lighter than in the early morning.

At home she puts the apple on the table and the bread in the cupboard. She writes to her mother that she helped at the market. She also writes that the rain gave her a nice hour. Her mother answers with a short, proud sentence.

In the evening the rain stops completely, and it grows bright above the roofs. Lea thinks of the baker, of Frau Krüger, and of the warm cake. A small service has made the gray day clear and kind. She is already looking forward to next Saturday at the market.

🌱
Lebenslektion

Wer im Regen mit anfasst, findet schneller Wärme als unter einem perfekten Dach.

Whoever lends a hand in the rain finds warmth sooner than under a perfect roof.

📝 Tests / Übungen

Beantworte die Fragen. Bei 100 % gibt es eine Überraschung.

1. Wo kauft Lea an diesem Samstag ein?

2. Warum hilft Lea Herrn Malik am Stand?

3. Was kauft Lea zuerst?

4. Was ist mit dem Schirm von Frau Krüger los?

5. Was bekommen Lea und Frau Krüger von dem Bäcker?

6. Wozu lädt der Bäcker Lea am Ende ein?

📚 Wichtige Wörter · Important Words

der = blau die = rot das = grün

der Markt
[markt]
market
DEErklärung

Sphäre des Warenverkehrs, Gesamtheit der Vorgänge des Kaufs und Verkaufs; Verkauf von Waren an fliegenden Ständen zu bestimmten Zeiten an einem bestimmten Ort

der Regen
[RAY-gen]
rain
DEErklärung

Aus Wassertropfen bestehender Niederschlag

der Bäcker
[BEK-er]
baker
DEErklärung

Handwerker, der gewerblich Backwaren herstellt

der Kuchen
[KOO-khen]
cake
DEErklärung

Größeres Gebäck, das aus Mehl, Fett, Eiern, Zucker und verschiedenen anderen Zutaten in mannigfaltiger Weise bereitet wird; Rückstand beim Pressen von Ölfrüchten, Trauben

die Straße
[SHTRAH-se]
street
DEErklärung

Planmäßig angelegter befestigter Verkehrsweg für Fahrzeuge und Fußgänger; Fernverkehrsstraße

die Tasche
[TAH-she]
bag
DEErklärung

An einem Kleidungsstück innen oder außen angenähtes flaches Fach, in das etw. gesteckt werden kann; meist mit Henkel versehener, aus verschiedenem flexiblem Material in unterschiedlicher Form hergestellter Behälter zum Tragen oder

der Apfel
[AHP-fel]
apple
DEErklärung

Frucht des Apfelbaums; baum

der Schirm
[shirm]
umbrella
DEErklärung

Gegenstand, der Schutz vor etw. bietet; aufklappbares und zusammenklappbares Gestell mit einem langen Griff, das, wenn es aufgespannt ist, ein rundes stoffbespanntes Dach bildet und damit Schutz vor Regen oder Sonne bietet

der Termin
[tɛʁˈmiːn]
appointment
DEErklärung

Festgelegter Zeitpunkt, Tag; für die Fertigstellung, Abgabe von etw., besonders einer Arbeit, festgelegter Zeitpunkt

der Antrag
[ˈantʁaːk]
application
DEErklärung

Bitte um einen Beschluss; Vorschlag

die Nummer
[ˈnʊmɐ]
number
DEErklärung

Zahl, Ziffer, die zur Kennzeichnung dient; Ziffer‍(nfolge), die die Position in einer Reihenfolge, Rangfolge oder Warteschlange angibt

der Ausweis
[ˈaʊsvaɪs]
ID card
DEErklärung

Amtliches Dokument mit Foto und persönlichen Daten, mit dem Bürger eines Landes ihre Identität und ihr Alter nachweisen; persönliches Dokument, das bestätigt, dass eine Person Mitglied einer Institution, Organisation o. Ä. ist oder zu

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