Dreihundert eigene Fragen von Germaniva. Dieselben Themen wie im Einbürgerungstest — Verfassung, Wahlen, Parlament, Länder, Geschichte —, aber neu formuliert. Das ist Lernstoff, keine Kopie des amtlichen Katalogs und keine Rechtsberatung.
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Seite 6 von 10 · Geschichte bis 1949 History to 1949
151. Was geschah am 30. Januar 1933?
Am 30. Januar 1933 übertrug Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler das Amt des Reichskanzlers. Das war keine Verkündung des Grundgesetzes und nicht das Ende des Zweiten Weltkriegs. Aus dieser Ernennung entwickelte sich in kurzer Zeit die nationalsozialistische Diktatur.
152. War Hitler am 30. Januar 1933 direkt zum Präsidenten einer Demokratie gewählt worden?
Der 30. Januar 1933 war der Tag der Ernennung zum Reichskanzler, nicht eine Wahl nach dem späteren Grundgesetz. Die Weimarer Republik war zu diesem Zeitpunkt bereits schwer beschädigt. In den folgenden Monaten wurden Rechte abgebaut und die Diktatur errichtet.
153. Was kennzeichnet die Herrschaft der Nationalsozialisten nach 1933?
Nach der Ernennung Hitlers zerschlugen die Nationalsozialisten die demokratischen Kontrollen. Andere Parteien wurden ausgeschaltet, Grundrechte missachtet und Gegner verfolgt. Es entstand eine Diktatur mit einer beherrschenden Partei und staatlichem Terror.
154. Welche Folge hatte das Ermächtigungsgesetz von 1933?
Das Ermächtigungsgesetz vom März 1933 gab der Regierung Hitlers die Möglichkeit, Gesetze ohne das ordentliche Verfahren des Reichstags zu beschließen. Zusammen mit Verfolgung und Gleichschaltung entmachtete es das Parlament. Es ist ein Markstein auf dem Weg von der krisenhaften Republik in die Diktatur.
155. Wozu diente der Reichstagsbrand im Februar 1933 politisch?
Nach dem Brand des Reichstags am 27. Februar 1933 erging eine Notverordnung, die wichtige Grundrechte beseitigte. Kommunisten und andere Gegner wurden verhaftet und die öffentliche Freiheit weiter eingeschränkt. Der Brand wurde so zum Vorwand für den Ausbau der Diktatur genutzt.
156. Was geschah mit anderen Parteien im nationalsozialistischen Staat?
Eine Demokratie lebt von mehreren Parteien und von Opposition. Im nationalsozialistischen Staat wurde dieses System zerstört. Die NSDAP wurde zur beherrschenden Partei, während politische Gegner verfolgt und ihre Organisationen ausgeschaltet wurden.
157. Was waren die Nürnberger Gesetze von 1935?
1935 erließ das Regime die sogenannten Nürnberger Gesetze. Sie unterschieden Menschen nach rassistischen Kriterien und nahmen Jüdinnen und Juden Bürgerrechte. Diese Gesetze waren ein staatlicher Schritt der Ausgrenzung, der in Verfolgung und später in den Völkermord mündete.
158. Was war das Novemberpogrom 1938?
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 überfielen Nationalsozialisten Synagogen, Wohnungen und Geschäfte jüdischer Menschen. Menschen wurden gedemütigt, misshandelt und verschleppt. Das Pogrom zeigte offen den staatlichen Antisemitismus vor dem Zweiten Weltkrieg.
159. Was ist mit dem Holocaust gemeint?
Unter dem Holocaust versteht man den staatlich organisierten Völkermord des nationalsozialistischen Regimes, vor allem den systematischen Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden. Auch andere Gruppen wurden verfolgt und ermordet, darunter Sinti und Roma sowie Menschen mit Behinderungen. Es handelt sich um ein Verbrechen, nicht um einen gewöhnlichen Kriegszug.
160. In welchem Jahr endete der Zweite Weltkrieg in Europa?
Der Krieg in Europa endete 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte im Mai. Damit war nicht schon die spätere Teilung in zwei Staaten vollzogen. Die politische Neuordnung folgte in den Besatzungsjahren und führte 1949 zu zwei deutschen Staaten.
161. Womit begann der Zweite Weltkrieg in Europa?
Am 1. September 1939 griff Deutschland Polen an und löste damit den Krieg in Europa aus. Großbritannien und Frankreich traten daraufhin in den Krieg ein. Dieses Datum liegt Jahre nach der Errichtung der Diktatur und Jahre vor dem Grundgesetz.
162. Wie war Deutschland unmittelbar nach dem Kriegsende 1945 organisiert?
Nach der Kapitulation übernahmen die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion die oberste Gewalt in ihren Zonen. Auch Berlin wurde in Sektoren geteilt. Die Bundesrepublik und die DDR wurden erst 1949 gegründet, nicht schon am Tag der Kapitulation.
163. Wer erarbeitete den Text des Grundgesetzes?
Der Parlamentarische Rat trat 1948 in Bonn zusammen und beriet das Grundgesetz. Ihm gehörten von den Länderparlamenten der Westzonen gewählte Mitglieder an. Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz verkündet und kurz darauf in Kraft gesetzt.
164. Warum stehen Menschenwürde und Grundrechte am Anfang des Grundgesetzes?
Die Mütter und Väter des Grundgesetzes reagierten auf Willkür, Verfolgung und Krieg. Deshalb bindet die Verfassung den Staat an die Menschenwürde und an einklagbare Rechte. Demokratie und Rechtsstaat sollten eine Rückkehr zur Diktatur erschweren.
165. In welchem Jahr entstand die Bundesrepublik Deutschland?
Die Bundesrepublik entstand 1949 mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes. Sie umfasste zunächst die Westzonen und hatte ihren politischen Sitz in Bonn. Die staatliche Einheit mit dem Osten folgte erst 1990.
166. In welchem Jahr wurde die DDR gegründet?
Die Deutsche Demokratische Republik wurde am 7. Oktober 1949 gegründet, wenige Monate nach der Bundesrepublik. Beide Staaten entstanden also im selben Jahr, aber mit gegensätzlichen politischen Ordnungen. Die DDR war kein demokratischer Rechtsstaat westlicher Prägung.
167. Welche Stadt wurde zum Sitz von Parlament und Regierung der frühen Bundesrepublik?
Bonn wurde zum politischen Sitz der Bundesrepublik, während Berlin geteilt und umstritten blieb. Dort tagten Bundestag und Bundesregierung über Jahrzehnte. Zur Hauptstadt im verfassungsrechtlichen Sinn der Einheit wurde später Berlin.
168. Was brachte die Währungsreform von 1948 in den Westzonen?
Am 20. Juni 1948 wurde in den westlichen Besatzungszonen die Deutsche Mark eingeführt. Die Reform stoppte die Geldentwertung und gehört zu den wirtschaftlichen Wendepunkten vor der Staatsgründung. In der Sowjetzone entstand eine eigene Währungsordnung, die Unterschiede vertieften sich.
169. Was war die Berlin-Blockade?
1948 sperrte die sowjetische Macht die Land- und Wasserwege nach West-Berlin. Die Westmächte versorgten die Stadt über eine Luftbrücke, bis die Blockade 1949 endete. Der Konflikt zeigte die Spaltung, noch bevor beide deutschen Staaten gegründet waren.
170. Was geschah am 20. Juli 1944?
Am 20. Juli 1944 versuchten Angehörige des militärischen und zivilen Widerstands, Hitler zu töten und die NS-Herrschaft zu beenden. Das Attentat misslang, die Beteiligten wurden verfolgt und viele ermordet. Der Widerstand zeigt, dass es auch in der Diktatur Menschen gab, die sich entgegenstellten.
171. Welche Gruppen verfolgte der nationalsozialistische Staat besonders?
Die Verfolgung traf viele Gruppen, an erster Stelle die jüdische Bevölkerung, die in den Völkermord getrieben wurde. Auch Sinti und Roma, politische Gegner, Kranke und Menschen mit Behinderungen sowie weitere Verfemte wurden entrechtet, eingesperrt oder ermordet. Diese Verbrechen waren staatlich organisiert.
172. Was galt für Zeitungen in der NS-Diktatur?
Freie Meinungsbildung setzt unabhängige Zeitungen und Parteien voraus. Das Regime lenkte die Öffentlichkeit, verbot missliebige Blätter und verfolgte Journalisten. Erst das Grundgesetz von 1949 stellte Meinungs- und Pressefreiheit wieder unter verfassungsrechtlichen Schutz.
173. Wozu dienten die Nürnberger Prozesse nach 1945?
Ab November 1945 wurden in Nürnberg führende Vertreter des Regimes wegen Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Die Prozesse machten deutlich, dass auch staatliche Führungspersonen strafrechtlich verantwortlich sein können. Sie ersetzen nicht die vielen weiteren Verfahren, setzten aber ein frühes Zeichen der Ahndung.
174. Wie heißt die demokratische Ordnung unmittelbar vor der NS-Diktatur?
Nach dem Ersten Weltkrieg entstand die Weimarer Republik mit einer demokratischen Verfassung. Sie scheiterte in der Krise von 1933, als ihre Gegner die Macht übernahmen. Das Grundgesetz zog aus dieser Erfahrung Lehren, etwa eine wehrhafte Demokratie und den Schutz der Menschenwürde.
175. Gab es 1945 schon zwei deutsche Staaten namens Bundesrepublik und DDR?
1945 endete der Krieg in Europa, die staatliche Spaltung in Bundesrepublik und DDR war damit noch nicht vollzogen. Es folgten Besatzungsjahre, Währungsreform und der Konflikt um Berlin. Erst 1949 entstanden die beiden deutschen Staaten.
176. Was war die Potsdamer Konferenz?
Im Sommer 1945 berieten die führenden Vertreter der Sowjetunion, der USA und Großbritanniens in Potsdam über den Umgang mit dem besiegten Deutschland. Frankreich war später in weitere Regelungen einbezogen. Die Konferenz gehört in die Besatzungszeit und nicht in die Geschichte der Europäischen Union.
177. Welcher Satz vermischt die Jahreszahlen falsch?
Hitler kam 1933 an die Macht und war 1945 tot; er wurde nie Bundeskanzler. Die Bundesrepublik und ihr Kanzleramt entstanden erst mit dem Grundgesetz von 1949. Wer diese Daten vermengt, verwechselt Diktatur, Kriegsende und demokratischen Neubeginn.
178. Wie ist der Holocaust geschichtlich einzuordnen?
Der Holocaust war das organisierte Verbrechen des NS-Staates, insbesondere der systematische Mord an den Jüdinnen und Juden Europas. Weitere Gruppen wurden ebenfalls verfolgt und getötet. Erinnerung daran gehört zur deutschen Geschichte und zu den Gründen für die starken Grundrechte des Grundgesetzes.
179. Wann trat das Grundgesetz in Kraft?
Das Grundgesetz wurde am 23. Mai 1949 verkündet und am folgenden Tag wirksam. Es galt zunächst in den westlichen Ländern. Der Name Grundgesetz betonte damals den Anspruch, dass die Teilung nicht das letzte Wort sein sollte.
180. Was unterscheidet die Bundesrepublik von 1949 von der NS-Herrschaft?
1949 erhielt der Westen eine Ordnung, in der das Volk die Volksvertretung wählt und Gerichte die Macht begrenzen. Grundrechte und die Abschaffung der Todesstrafe setzen einen Gegenentwurf zur Willkür. Die DDR, die im selben Jahr entstand, folgte einem anderen, diktatorischen Modell.
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